Planbaum Ratgeber: Expertenwissen für Ihre Bäume & Hecken in München

Von Baum- und Heckenschnitt bis zur Verkehrssicherheit – finden Sie hier praxiserprobte Antworten von unseren Baumpflege-Experten

Unsere beliebtesten Ratgeber

Baum- und Heckenpflege: Fragen aus der Praxis, Antworten vom Profi

Baumschnitt & Kronenpflege

1Was ist der Unterschied zwischen einer Kappung und einem fachgerechten Kronenschnitt?

Das ist der fundamentalste Unterschied zwischen laienhaftem "Abschneiden" und professioneller Baumpflege. Eine Kappung ist ein radikaler, ungezielt gesetzter Schnitt, bei dem dicke Äste an einer beliebigen Stelle durchgesägt werden. Dies hinterlässt große, schlecht heilende Wunden und verstümmelt den Baum. Die Folge sind Fäulnis und das unkontrollierte Austreiben von schwachen, bruchgefährdeten "Ständerästen". Eine Kappung schädigt den Baum immer nachhaltig und ist ein klarer Verstoß gegen anerkannte Pflegestandards.

Ein fachgerechter Kronenschnitt hingegen respektiert die natürliche Wuchsform (den Habitus) des Baumes. Schnitte erfolgen immer gezielt am Astkragen oder werden auf einen passenden Seitenast "abgeleitet". Dadurch entstehen nur kleine, gut heilende Wunden und die natürliche, stabile Struktur der Krone bleibt erhalten oder wird gefördert. Das Ziel ist es, den Baum gesünder, sicherer und schöner zu machen – nicht, ihn zu verstümmeln.

2Was ist ein "Erziehungsschnitt" und warum ist er für junge Bäume so wichtig?

Der Erziehungsschnitt ist eine der wichtigsten, vorausschauenden Maßnahmen der ästhetischen Baumpflege. Er wird in den ersten Standjahren eines Jungbaumes durchgeführt und hat das Ziel, von Anfang an eine stabile, sichere und formschöne Krone zu entwickeln. Anstatt später große Probleme mit aufwändigen Korrekturschnitten beheben zu müssen, werden Fehlentwicklungen wie konkurrierende Stämmlinge (Zwiesel), reibende Äste oder ungünstige Astanbindungen frühzeitig und mit kleinstmöglichen Schnitten korrigiert.

Ein professioneller Erziehungsschnitt ist somit eine geringe Investition in die Zukunft des Baumes. Er sorgt für eine gesunde Entwicklung, reduziert die Notwendigkeit für große Eingriffe im Alter erheblich und spart Ihnen damit langfristig Kosten.

3Wie oft sollte ein normaler, gesunder Baum gepflegt werden?

Das hängt von Alter, Art und Standort ab. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Kontrolle und Schnitt. Eine regelmäßige Baumkontrolle zur Prüfung der Sicherheit sollte bei kritischen Bäumen jährlich stattfinden. Ein tatsächlicher Pflegeschnitt ist jedoch nur dann nötig, wenn die Kontrolle einen Handlungsbedarf ergibt (z.B. Totholz). Ein gesunder Baum benötigt oft viele Jahre keinen Schnitt.

Heckenschnitt & Formschnitt

1 Meine Hecke hat braune Stellen und Lücken – was kann ich tun?

Braune Stellen können verschiedene Ursachen haben, von Trockenstress über Nährstoffmangel bis hin zu Pilzkrankheiten. Der erste Schritt ist immer eine genaue Diagnose vor Ort. Oft entstehen Lücken auch durch einen falschen Schnitt in der Vergangenheit, der die unteren Bereiche der Hecke "verkahlen" lässt.

Bei vielen Laubhecken (z.B. Buche, Liguster) kann man versuchen, die Lücken durch einen gezielten Verjüngungsschnitt zu schließen. Dabei werden ältere Triebe stark zurückgeschnitten, um die Pflanze anzuregen, von unten neu und dichter auszutreiben. Bei Nadelgehölzen wie Thuja ist dies jedoch oft nicht mehr möglich. Hier kann die einzige Lösung eine gezielte Nachpflanzung sein. Eine professionelle Begutachtung ist in solchen Fällen unerlässlich, um die richtige Strategie festzulegen und weitere Schäden zu vermeiden.

2 Was bedeutet der "trapezförmige" Schnitt bei einer Hecke genau?

Der Trapezschnitt ist eine der wichtigsten Profi-Techniken für eine dauerhaft dichte und gesunde Hecke. Er beschreibt die Schnittform: Die Hecke wird so geschnitten, dass sie an der Basis breiter ist und sich nach oben hin leicht verjüngt, also schmaler wird. Sie hat im Querschnitt die Form eines Trapezes.

Der Grund dafür ist rein biologisch: Durch die Schräge wird sichergestellt, dass auch die untersten Zweige und Blätter ausreichend Sonnenlicht erhalten. Würde man die Hecke exakt senkrecht (kastenförmig) oder oben sogar breiter schneiden, würde die obere Hälfte die untere beschatten. Das Resultat wären kahle Stellen und eine spärliche Basis. Der Trapezschnitt ist somit die Grundlage für ein dichtes Wachstum von unten bis oben und ein zentraler Bestandteil eines professionellen Heckenschnitts.

3Gibt es Unterschiede beim Schnitt von Laub- und Nadelhecken?

Ja, die Unterschiede sind fundamental und entscheidend für die Gesundheit der Hecke. Die wichtigste Regel betrifft die Fähigkeit, aus dem alten, verholzten Inneren neu auszutreiben.

Laubhecken (wie Buche, Hainbuche, Liguster) sind in der Regel sehr robust und schnittverträglich. Sie treiben auch nach einem radikalen Verjüngungsschnitt, bei dem tief ins alte Holz geschnitten wird, wieder zuverlässig aus. Das macht sie vergleichsweise pflegeleicht und verzeiht auch mal einen Fehler.

Die meisten Nadelhecken (Koniferen) wie Thuja, Fichte oder Scheinzypresse sind weitaus empfindlicher. Sie können nicht aus dem alten, nadel-losen Holz neu austreiben. Ein Schnitt, der zu tief geht, hinterlässt dauerhaft kahle Stellen. Die einzige große Ausnahme unter den Nadelgehölzen ist die Eibe, die extrem schnittverträglich ist. Der richtige Schnitt von Laub- und Nadelhecken erfordert daher immer spezifisches Wissen über die jeweilige Pflanzenart.

Baumgesundheit & Krankheiten

1 Ist ein Pilz am Baumstamm immer ein schlechtes Zeichen?

Ein sichtbarer Pilzfruchtkörper ist immer ein ernstzunehmendes Warnsignal. Der eigentliche Pilz arbeitet unsichtbar im Inneren und zersetzt das Holz. Aggressive Pilzarten können die Bruch- und Standsicherheit massiv gefährden, selbst wenn die Krone noch grün aussieht. Eine professionelle Begutachtung ist daher unerlässlich.

2Kann man einen kranken Baum "heilen"?

Diese Frage berührt den Kern der Baumbiologie. Im Gegensatz zu Tieren können Bäume Wunden nicht im klassischen Sinne "heilen", indem sie beschädigtes Gewebe ersetzen. Stattdessen haben sie eine faszinierende Fähigkeit zur Abschottung (Compartmentalization). Ein gesunder Baum bildet um eine Verletzung oder einen Fäulnisherd herum spezielle Barrierezonen, um die Ausbreitung des Schadens im Holzkörper zu verhindern oder zu verlangsamen.

Die Aufgabe der professionellen Baumpflege ist es daher nicht, den Baum zu "heilen", sondern ihn bestmöglich bei diesem Prozess zu unterstützen. Das Ziel unserer Maßnahmen ist es:

       
  • Die Vitalität des Baumes zu verbessern (z.B. durch eine Optimierung des Standorts), damit er mehr Energie für die Abschottung hat.
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  • Befallene Äste fachgerecht zu entfernen, um die Ausbreitung von Krankheiten zu stoppen.
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  • Durch gezielte Schnitte die Sicherheit des Baumes zu gewährleisten und die Krone zu stabilisieren.

Man kann einen Schaden also nicht rückgängig machen, aber man kann einen Baum sehr wohl dabei unterstützen, noch viele Jahre sicher und vital weiterzuleben.

3Was ist "Totholz" und muss es immer entfernt werden?

Totholz sind abgestorbene Äste. Ob es entfernt werden muss, hängt vom Standort ab. Im urbanen Raum ist die Totholzbeseitigung eine der zentralsten Maßnahmen im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht, da trockene Äste jederzeit abbrechen und Schäden verursachen können. Für die Sicherheit ist die Entfernung daher meist unerlässlich.

Baumfällung & Sicherheit

1Gibt es Alternativen zu einer kompletten Fällung?

Ja, in vielen Fällen gibt es Alternativen. Als Fachbetrieb ist unser Ziel immer der Baumerhalt, sofern dies sicher und sinnvoll ist. Bevor wir eine Fällung empfehlen, prüfen wir immer Maßnahmen wie eine professionelle Kroneneinkürzung, um die Last und die Angriffsfläche für Wind zu reduzieren, oder die Installation von Kronensicherungssystemen. Nur wenn diese Maßnahmen die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleisten können, wird eine Fällung zur unumgänglichen Option.

2Was bedeutet SKT oder Seilklettertechnik bei einer Fällung?

SKT (Seilklettertechnik) ist eine hochspezialisierte Methode, bei der ein ausgebildeter Kletterer den Baum mit Seilen besteigt, um ihn von oben nach unten Stück für Stück abzutragen. Diese Technik kommt immer dann zum Einsatz, wenn der Baum nicht an einem Stück fallen kann (z.B. in engen Gärten, nahe an Gebäuden). Sie ermöglicht es uns, auf schwere Maschinen wie Hebebühnen zu verzichten, schont so Ihren Garten und erlaubt chirurgische Präzision an Orten, die anders nicht erreichbar wären. Es ist die sicherste Methode für jede Art von Problemfällung.

3Kann ich das Holz von meinem gefällten Baum selbst nutzen?

Ja, das ist oft möglich und eine nachhaltige Option. Laubholz wie Buche, Eiche oder Esche eignet sich hervorragend als Brennholz, muss aber in der Regel mindestens zwei Jahre trocknen, bevor es verbrannt werden kann. Auf Ihren Wunsch hin können wir das Stammholz in ofengerechte Stücke schneiden und bei Ihnen vor Ort belassen. Denken Sie daran, dass wir standardmäßig die komplette und fachgerechte Entsorgung des gesamten Materials anbieten – sprechen Sie uns einfach vorab an, wenn Sie das Holz behalten möchten.

Rechtliches & Vorschriften

1Welche Bäume stehen in München unter besonderem Schutz?

In München gilt eine der strengsten Baumschutzverordnungen Deutschlands. Grundsätzlich sind alle Laubbäume, Nadelbäume (außer Nadelgehölze in Hecken) und auch einige Obstbäume ab einem Stammumfang von 80 cm – gemessen in einem Meter Höhe – geschützt. Das bedeutet, dass jede Maßnahme, die über eine schonende Pflege hinausgeht (insbesondere Fällungen oder starke Rückschnitte), einer behördlichen Genehmigung durch das Baureferat bedarf. Ausnahmen gibt es nur in seltenen Fällen. Mehr Details dazu finden Sie in unserem Artikel zur Baumschutzverordnung.

2Was deckt eine Sturmschadenversicherung bei Bäumen ab?

Das hängt von Ihrer Versicherung und der Art des Schadens ab. In der Regel deckt die Wohngebäudeversicherung Schäden an Ihrem eigenen Haus, wenn Ihr Baum darauf fällt (meist ab Windstärke 8). Schäden am Eigentum Dritter (z.B. dem Nachbarhaus) deckt Ihre Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung. Wichtig: Die Kosten für die reine Beseitigung des umgestürzten Baumes aus dem Garten sind oft nicht oder nur bis zu einer bestimmten Höhe versichert. Entscheidend ist zudem, dass Sie nicht grob fahrlässig gehandelt haben. Kann Ihnen eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht nachgewiesen werden, kann die Versicherung die Zahlung verweigern.

3Welchen Abstand muss ich beim Pflanzen eines Baumes zur Grundstücksgrenze einhalten?

Das ist eine der wichtigsten Fragen, um zukünftigen Ärger zu vermeiden, und wird in Bayern durch Artikel 47 des AGBGB (Ausführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuche) geregelt. In Gärten und Wohngrundstücke gilt grundsätzlich:

       
  • Für alle Bäume, Sträucher und Hecken, die über 2 Meter hoch werden, ist ein Grenzabstand von 2 Metern einzuhalten.
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  • Bei allen übrigen, kleineren Gehölze (bis zu 2 Meter Höhe) gilt ein Abstand von 0,5 Metern.

Wichtig – Die Verjährung: Der Anspruch Ihres Nachbarn auf Beseitigung eines zu nah gepflanzten Baumes verjährt in 5 Jahren. Steht ein Baum also seit mehr als 5 Jahren zu nah an der Grenze, ohne dass der Nachbar dies beanstandet hat, müssen Sie ihn in der Regel nicht mehr entfernen. Die Pflicht zur Einhaltung der professionellen Baumpflege bleibt davon aber unberührt.

Gartenpraxis & Tipps

1 Was ist der häufigste Fehler bei der Pflanzung eines neuen Baumes?

Der mit Abstand häufigste und fatalste Fehler ist, den Baum zu tief zu pflanzen. Viele Menschen neigen dazu, ein sehr tiefes Loch zu graben und den Wurzelballen komplett mit Erde zu bedecken. Das ist jedoch grundlegend falsch.

Der sogenannte Wurzelanlauf (die Stelle, an der der Stamm unten breiter wird und die ersten Hauptwurzeln abzweigen) muss nach der Pflanzung auf Höhe des Bodenniveaus liegen oder sogar leicht herausschauen. Wird dieser Bereich mit Erde bedeckt, "erstickt" die Rinde, was zu Fäulnis und einem langsamen Absterben des Baumes über Jahre führt. Das Pflanzloch sollte immer breiter als tief sein. Eine fachgerechte Pflanzung ist die wichtigste Grundlage für ein gesundes Baumleben.

2Wie schütze ich die Wurzeln meiner Bäume bei Bauarbeiten auf dem Grundstück?

Wurzelschäden sind Todesursache Nummer eins für Bäume nach Bauarbeiten. Die wichtigsten Schutzmaßnahmen sind in der DIN 18920 geregelt und müssen vor Baubeginn erfolgen. Dazu gehören vor allem die Errichtung eines stabilen Schutzzauns im Bereich der Kronentraufe und der fachgerechte Baumschutz auf Baustellen.

3Mein Baum wächst schief – kann und sollte man das korrigieren?

Das hängt entscheidend vom Alter und Zustand des Baumes ab. Bei jungen, frisch gepflanzten Bäumen kann eine leichte Schieflage oft durch fachgerechtes Abstützen und einen gezielten Erziehungsschnitt in den Folgejahren korrigiert werden, um den Wuchs in die richtige Richtung zu lenken.

Bei einem älteren, etablierten Baum ist es jedoch unmöglich und schädlich, den schiefen Wuchs als solchen zu "begradigen", da der Baum seine Statik über Jahre an diese Neigung angepasst hat. Die entscheidende Frage ist hier nicht, ob der Baum schief ist, sondern ob er sicher ist. Eine plötzliche Zunahme der Neigung kann ein akutes Warnsignal für Instabilität sein, weshalb eine professionelle Begutachtung zur Bewertung der Stand- und Bruchsicherheit unerlässlich ist.

Vom Wissen zur Tat: Wir schmieden den Plan für Ihren Baum.

Jeder Baum ist einzigartig und jeder Garten hat seine eigene Geschichte. Unser Ratgeber gibt Ihnen eine solide Grundlage, doch die beste Lösung für Ihr persönliches Anliegen finden wir immer im direkten Gespräch. Schildern Sie uns Ihre Situation – wir entwickeln gerne einen individuellen, fachgerechten Plan für Ihre Bäume oder Ihre Hecke.